Das Vango Tailgate Hub Low ist ein Heckzelt, das an die geöffnete Heckklappe andockt und den Kofferraum um einen kleinen Raum erweitert. Beim Kauf war uns vor allem ein Kriterium wichtig: Das Zelt sollte freistehend sein, also auch ohne Auto stehen können – und genau das erfüllt es vollständig. Dazu muss man allerdings wissen, dass damals auf allen Werbebildern ein Bus zu sehen war – ein VW-Bus oder etwas in dieser Größenordnung – und die Angaben zu den passenden Fahrzeuggrößen recht vage blieben. Wir haben deshalb vorher extra nachgefragt und recherchiert, und es hieß, die Anbindung ans Auto sei flexibel und lasse sich in Breite und Höhe anpassen, sie passe also auch an einen Caddy. Das stimmt auch. Also haben wir es gekauft und ausprobiert.

Aufgebaut am Cap de l'Homy – hier stand das Heckzelt zum ersten Mal.
Aufgebaut am Cap de l'Homy – hier stand das Heckzelt zum ersten Mal.

Wir wollen hier vor allem von unseren Erfahrungen berichten und nicht jedes Detail auflisten. Alle technischen Daten bekommt ihr beim Hersteller – dort gibt es inzwischen den Nachfolger unseres Modells, das Tailgate Hub II Low:

Was sich dort geändert hat, ist vor allem die Beschreibung: Beim Nachfolger stehen konkrete Zahlen dabei – eine Fahrzeugbreite von 120 bis 190 cm und eine Kaderhöhe von 180 bis 210 cm – und auf den Herstellerbildern sind flache Autos zu sehen statt eines Busses. Bauartlich dürfte sich dagegen wenig getan haben, der Name ist ja bis auf die Zwei derselbe, und die angegebene Spanne deckt weiterhin auch einen Bus ab. Wir vermuten also schlicht, dass heute klarer gesagt wird, was passt. Wer das Zelt für ein kleineres Fahrzeug ins Auge fasst, muss jedenfalls nicht mehr nachfragen wie wir damals.

Aufbau und erster Eindruck

Zum ersten Mal aufgebaut haben wir es am Cap de l'Homy an der französischen Atlantikküste. Und vom Zelt selbst waren wir auf Anhieb sehr zufrieden. Die Verarbeitungsqualität ist gut, der Aufbau geht gut von der Hand, und die Größe ist eigentlich perfekt – auch das Packmaß ist durchaus erträglich, wenn man es mitnehmen will. Die Ausstattung mit den Türen, den Fenstern und allem Drum und Dran passt, die Schnüre und Stangen ebenso. Und ehrlich gesagt fanden wir es auch einfach schön anzusehen.

Blick von schräg hinten links auf das montierte Zelt, die vorderen Seitenteile sind geöffnet.
Blick von schräg hinten links auf das montierte Zelt, die vorderen Seitenteile sind geöffnet.

Die Anbindung ans Auto

Unser großer Kritikpunkt ist die Verbindung zum Fahrzeug. Anpassbar ist sie tatsächlich, wie versprochen – aber es braucht ordentlich Gefummel, bis alles richtig am Auto sitzt. Die Seitenteile wollen abgespannt werden, die Leinen nach vorne verlaufen über das Auto, und insgesamt dauert das Ganze eine ganze Weile. Das war die erste Ernüchterung: mal eben schnell aufgebaut ist hier nichts.

Im Grunde liegt das wohl in der Natur der Sache. Ein Zelt, das an ein derart breites Spektrum an Fahrzeugen passen soll, sitzt an keinem davon wirklich perfekt – und je weiter man von der Größe entfernt ist, die auf den Werbebildern steht, desto deutlicher merkt man das.

Der Eingang, ebenso mit geöffnetem Seitenteil – und mit Blick aufs Meer.
Der Eingang, ebenso mit geöffnetem Seitenteil – und mit Blick aufs Meer.

Freistehend überzeugt es

Was dagegen richtig gut funktioniert, ist das Zelt für sich allein. Ohne Auto steht es sauber da, lässt sich genauso gut nutzen und macht dabei eine gute Figur – hier an der Dune du Pilat. Wer ein Zelt sucht, das man auch mal abkoppeln und einfach stehen lassen kann, bekommt genau das.

Freistehend und geschlossen an der Dune du Pilat – ohne Auto steht das Zelt ganz alleine.
Freistehend und geschlossen an der Dune du Pilat – ohne Auto steht das Zelt ganz alleine.

Verarbeitung im Detail

Auch von innen macht das Zelt einen wertigen Eindruck. Die Nähte sind sauber verarbeitet, die Reißverschlüsse laufen leichtgängig, und nichts wirkt lieblos zusammengesetzt.

Von innen: saubere Nähte und gut laufende Reißverschlüsse.
Von innen: saubere Nähte und gut laufende Reißverschlüsse.

Die Seitenteile lassen sich aufrollen und mit Schlaufen fixieren. Das ist gut gelöst und geht schnell von der Hand.

Die Seitenteile lassen sich aufrollen und mit Schlaufen fixieren.
Die Seitenteile lassen sich aufrollen und mit Schlaufen fixieren.

Auch der untere Teil der Seitenbahnen mit dem Vango-Aufdruck ist ordentlich verarbeitet. An der Qualität gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Der Vango-Aufdruck auf der Seitenbahn.
Der Vango-Aufdruck auf der Seitenbahn.

Bei Sonne zu warm, bei Regen ein Gewinn

Einen Nachteil teilen sich alle Heckzelte: Darunter heizt es sich sofort auf. Der zusätzliche Platz ist natürlich praktisch, aber es wird eben auch sehr schnell sehr warm.

Dass man unter so einem Zelt im Zelt steht, ist dabei selbstverständlich – dafür ist es ja da. Was wir nicht erwartet hatten, ist, wie sehr uns das dann doch stört. Unsere Heckküche sitzt hinten am Auto, alles was man dort macht, macht man also im Zelt. Und dieses freie Gefühl, das wir am Campen so mögen, hat uns dabei einfach gefehlt. Seine Vorteile hatte es durchaus: Wir waren zur Straße hin etwas abgeschottet und hatten trotzdem einen tollen Ausblick. Aber beim Kochen hätten wir lieber frei gestanden.

Bei schlechtem Wetter dreht sich das allerdings komplett um. Wenn es regnet oder kalt ist, spielt so ein Heckzelt seine große Stärke aus: Man kann weiterhin draußen kochen, sitzen und es sich gemütlich machen, statt sich ins Auto zu verkriechen. Genau dafür schafft man sich so ein Zelt ja an, und genau da hat es uns auch überzeugt. Der Haken ist nur, dass zum Regen gern auch Wind dazukommt – und dann wird es wieder heikel.

Das Flattern – und warum wir es wieder verkauft haben

Der eigentliche Grund, warum wir das Zelt nicht behalten haben, ist aber ein anderer: der Wind. Wir haben ordentlich abgespannt und alles gut befestigt, aber sobald auch nur ein bisschen Wind geht – es muss gar nicht stürmisch sein – flattert das Zelt. Laut ist das gar nicht, so windig war es bei uns nie. Es ist eher dieses permanente, alle paar Sekunden leicht schlagende Geräusch – eines, das man sonst schlicht nicht hat. Und wenn man im Auto schläft, liegt man direkt an diesem Verbindungsstück. Uns hat das auf Dauer einfach genervt.

Das Problem ist die Verbindung selbst: Sie schließt nicht vollständig ab. Wenn der Wind am Auto entlangzieht, bewegt sich der Stoff – und das lässt sich eigentlich nicht verhindern, es sei denn, man würde das Zelt anders am Fahrzeug befestigen. Dafür ist es aber nicht vorgesehen. Bei stärkerem Wind dürfte es entsprechend lauter werden, und streng genommen müsste man das Zelt dann vom Auto lösen und freistehen lassen; freistehend hält es sicher einiges aus. Was bei richtigem Sturm passiert, wollen wir gar nicht wissen – lange durchhalten würde es vermutlich nicht.

Am Ende haben wir uns deshalb dagegen entschieden, es zu behalten, und haben es wieder verkauft.

Fazit

Das Vango Tailgate Hub Low ist ein gut gemachtes Zelt. Verarbeitung, Größe, Ausstattung und Packmaß stimmen, bei Regen oder Kälte ist der überdachte Platz Gold wert, und als freistehendes Zelt würden wir es sofort wieder nehmen. In der Praxis hat es für uns trotzdem nicht funktioniert – zumindest nicht an einem kleineren Fahrzeug wie dem Caddy. Der Aufbau am Auto ist friemelig, und das Flattern bei Wind hat uns beim Schlafen gestört. Für die Anbindung ans Fahrzeug würden wir uns eine deutlich ausgefeiltere Lösung wünschen. Drei Sterne: für das Zelt an sich mehr, für die Kombination mit dem Auto weniger.