Wir reisen gerne komplett frei – ohne uns vorher festzulegen und meist macht sich Fred erst am Tag vor der Abreise auf die Suche nach dem nächsten Campingplatz. Und bisher sind wir damit sehr gut gefahren (und haben auch immer noch ein Plätzchen bekommen).
So konnten wir uns spontan entscheiden, den Campingplatz Panorama de la Dune du Pilat anzufahren. Unsere Stellplatz-Nachbarin am Cap de L'Homy hatte uns davon vorgeschwärmt. Und sie hatte nicht zu viel versprochen. Angefangen hat es bei dem super Service. Nach der Ankunft wurde Fred von einem netten Typ im Golfwagen über den Platz gefahren und konnte sich so einen ersten Eindruck von den freien Plätzen verschaffen.
Drei Optionen brachte er mit zurück, und wir entschieden uns schnell: Ein Platz ganz am Rand, direkt am Hang Richtung Meer, schattig unter alten Pinien. Eigentlich war es kein richtiger Stellplatz mehr, eher der vergessene Eckplatz – für größere Autos zu klein, deswegen noch frei. Aber für uns der coolste Stellplatz, den wir je hatten.
Dass der Platz ziemlich abschüssig war, merkten wir erst beim Aufstellen. Unterlegkeile hatten wir damals noch nicht – wir wussten gar nicht, dass man so etwas braucht. Also suchten wir alles an Steinen zusammen, was zu finden war. Wir stapelten und pulten und fuhren mit den Rädern irgendwie drauf. Es war ziemlich wild, aber es hat funktioniert. Und dann saßen wir da in unseren Stühlen, gut 200 Meter über dem Meer, und schauten einfach nur. Wenn die Thermik stimmte, glitten Gleitschirmflieger lautlos an uns vorbei und drehten ihre Runden direkt vor unserer Nase. Sehr stimmungsvoll und beruhigend gleichzeitig.
Der Campingplatz selbst war belebt, und trotzdem hatten wir unsere Ruhe. Es gab schöne neue sanitäre Anlagen, nicht allzu weit weg, einen Supermarkt in Gehdistanz und ein Restaurant – in dem wir dann aber doch nicht waren. Pizza holen und am Platz essen fanden wir gemütlicher 😊. Überall auf dem Platz waren versteckte, lauschige Stellplätze unter den großen Pinien. Es war schön kühl und es hat gut gerochen. Hier hat einfach alles gestimmt.
Außerdem: die größte Sanddüne Europas liegt direkt am Campingplatz. An einem Tag standen wir um vier Uhr in der Früh auf, um den Sonnenaufgang von der Düne aus zu sehen. Das Aufstehen ist uns nicht ganz leicht gefallen und dann war es anfangs auch noch kälter als gedacht. Aber als wir dann oben angekommen waren, war es schlicht unvergesslich: barfuß im Sand, das Meer auf der einen Seite, der Pinienwald auf der anderen. Und dazwischen diese stille Weite. So etwas hatten wir davor noch nicht erlebt.
Zum Meer gelangt man über eine steile Treppe hinunter – das ist schon mühsam, aber dafür hatten wir den großartigen Ausblick vom Platz. Der Strand unten ist durch eine vorgelagerte Sandbank geschützt, von daher gab es kaum Wellen. Der Strand ist schmal, aber der Platz vollkommen ausreichend. Einmal sind wir mit den Fahrrädern durch die Gegend geradelt. Die Radwege können wir auch empfehlen; es ist nur ein bisschen hügelig und an dem heißen Tag kamen wir ganz schön ins Schwitzen.
Wir wollten unbedingt im nächsten Jahr (2022) wiederkommen. Doch dann bekamen wir mit, dass ein furchtbarer Waldbrand wütete und einen Großteil der alten Pinien rund um den Campingplatz zerstörte. Der Platz hat inzwischen wieder geöffnet, aber wie er heute aussieht wissen wir nicht. Das Flair der alten Bäume war unbeschreiblich. Wir behalten den Platz lieber so in guter Erinnerung.














