Das Bluefin Cruise 15 Tandem ist ein aufblasbares Stand-Up-Paddleboard für zwei Personen: 15 Fuß lang, also gut viereinhalb Meter, mit drei Finnen am Heck und – bei unserem Modell – zwei Kajaksitzen im Lieferumfang. Wir haben es 2022 gekauft, und seitdem war es auf ziemlich vielen Reisen dabei.

Wir wollen hier vor allem von unseren Erfahrungen erzählen und nicht das Datenblatt nacherzählen. Alle weiteren Daten findet ihr beim Hersteller:
Dort steht inzwischen allerdings der Nachfolger, der nur noch Tandem 15' heißt – was sich geändert hat, dazu unten mehr.
Wie wir überhaupt zum SUP gekommen sind
Angefangen hat es damit, dass Susi vorgeschlagen hat, wir könnten SUPs von ihrem Arbeitgeber ausleihen. Das haben wir gemacht, und es war richtig cool. Zwei Fanatic-Boards, die wunderbar funktioniert haben und auf denen jeder von uns einzeln unterwegs war.
Danach war klar: Wir wollen eigene. Also haben wir uns zum Testen noch eins von Freunden geliehen, ein Itiwit von Decathlon. Und da haben wir gemerkt, dass es echt schwerfällig im Wasser liegt und kaum Geradeauslauf hat – die Finne hat sehr wenig gesteuert. Ob das ein Einzelfall war, können wir nicht sagen: Es war ein günstiges Standardboard, und eines allein ist noch kein Urteil über die Marke.
Dann kam die eigentliche Idee. Wenn wir mit zwei Boards unterwegs waren, haben wir sie manchmal zusammengebunden, um zusammen draufliegen zu können. Und irgendwann dachten wir: Eigentlich wäre doch ein großes Board für uns beide viel schöner. Dann kann man auch zusammen Picknick machen und zusammen Pause machen, statt nebeneinanderher zu paddeln.
Es gibt einige solche Tandems, wir haben uns verschiedene angeschaut und wollten erst mal nicht so viel Geld ausgeben. Bestellt haben wir daraufhin ein Aztron Nebula. Ausgepackt, angeschaut – und auf den ersten Blick gedacht: schlecht verarbeitet. Eine wilde, sehr grob zusammengenähte Naht mitten auf dem Board. Das habe ich sofort wieder eingepackt und zurückgeschickt. Danach war die Entscheidung gefallen, etwas Gescheites zu kaufen, und so sind wir beim Bluefin gelandet.
Der erste Eindruck
Bestellt, ausgepackt, aufgebaut, ausprobiert – und sofort: wow. Das Board liegt super auf dem Wasser und hat einen richtig guten Geradeauslauf. Nach dem Itiwit war das ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Hinten sitzen drei Finnen: eine große in der Mitte und zwei kleine daneben. Mit allen dreien ist der Geradeauslauf megagut, fast schon zu gut, denn wenden lässt sich das Board damit nur noch sehr schwer. Wir fahren deshalb inzwischen meistens nur die mittlere große Finne. Die reicht völlig. Man kann ewig mit dem Paddel nur auf einer Seite geradeaus fahren, wenn man dabei einen leichten C-Schlag macht.
Das Aufpumpen – der mühsame Teil
Und hier kommt das Einzige, was wirklich anstrengend ist: Man muss ewig pumpen. Aufpumpen ist bei jedem SUP mühsam, aber das hier ist ein großes Board mit einem Haufen Luftvolumen, und es braucht 15 bis 18 PSI. Das am Stück allein durchzuziehen, ist praktisch unmöglich – es sei denn, ihr seid Hulk oder Popeye. Wir wechseln uns ab, mit Pausen dazwischen, und dann dauert es eben eine Weile. Dafür läuft es anschließend wirklich schön, sobald genug Druck drauf ist.
Die mitgelieferte Pumpe pumpt gut. Sie hat einen Doppelhub- und einen Einzelhubmodus, und die Reihenfolge lohnt sich: am Anfang im Doppelhubmodus viel Luft reinbekommen, und sobald es schwer geht, auf Einzelhub umschalten. Dann wird nur beim Runterdrücken gepumpt, nicht beim Hochziehen. So kann man sein Körpergewicht nutzen, muss beim Hochziehen kaum Kraft aufwenden und kommt deutlich schneller voran.
Zu zweit an Bord
Ist das Board einmal aufgepumpt, ist die Mühe aber schnell vergessen. Wir passen wunderbar zu zweit drauf und waren damit viel zu zweit unterwegs. Man hat richtig viel Platz: Wir können zu zweit draufstehen, wir können zu zweit draufsitzen, und mit den zwei Paddeln fährt es sich wunderbar.
Ausprobiert haben wir auch die Kajak-Konfiguration, in der man deutlich länger am Stück paddeln kann. Dabei sind nicht nur zwei Kajaksitze – auch die Paddel lassen sich umbauen. Entweder zu zwei richtigen Kajakpaddeln mit zwei Paddelflächen oder zu zwei einzelnen SUP-Paddeln. Das ist wirklich clever gemacht.

Auch sonst ist das Board gut ausgestattet: Pumpe, ein wasserdichtes Behältnis, Reparatur- und Ersatzteile. In der Mitte sitzt ein Griff, mit dem man es auch allein tragen kann – groß ist es natürlich trotzdem, aber es geht. Vorne gibt es Gummis zum Befestigen, dazu eine kleine Kamerahalterung, einen Haken und verschiedene Laschen.
Der Rucksack ist zu klein
Und damit zum größten Kritikpunkt, der uns wirklich immer wieder gestört hat: Ein Rucksack ist zwar dabei, aber er ist schlicht zu klein. Das Board passt einfach nicht ordentlich hinein. Mit Müh und Not bekommt man es irgendwie rein, aber knapp bemessen ist er trotzdem – da haben sie geschludert. Vielleicht gibt es einen Trick, wie man speziell falten muss; wir haben ihn nicht gefunden. Inzwischen lassen wir das Board dauerhaft separat vom Rucksack, weil wir keine Lust mehr haben, jedes Mal daran herumzufummeln.
Und die Pumpe kann keine Luft absaugen
Der zweite Punkt betrifft wieder die Pumpe. Aufpumpen kann sie gut, absaugen nicht – und deshalb muss man beim Zusammenpacken tricksen. Falten müsste man das Board eigentlich vom Finnenkasten aus, genau dort sitzt aber auch das Ventil. Also lässt man die Luft erst mal von der Spitze zum Heck raus, macht das Ventil wieder zu und rollt dann vom Heck zur Spitze zusammen. Selbst dann bleibt meistens ein Rest Luft drin, und man hat sie am Ende in der Spitze sitzen. Wer es wirklich sauber machen will, braucht im Grunde eine zweite Pumpe, die absaugen kann – wir nehmen dafür manchmal eine andere.
Der Kompressor, den wir nicht mehr mitnehmen
Weil das Pumpen so mühsam ist, haben wir uns bei Bluefin auch den Kompressor gekauft. Funktionieren tut er gut. Am Anfang pumpt er im Luftpumpenmodus freundlich vor sich hin, aber sobald der Druck steigt, schaltet er in den Kompressormodus – und dann macht das Ding wirklich Lärm. Es ist megalaut.
Einen Akku hat er nicht. Man betreibt ihn also am Auto oder nimmt einen großen, starken Akku mit. Er läuft mit 12 Volt, und tatsächlich konnten wir ihn auch an unserer Batteriebox betreiben, das hat gut funktioniert. Nur muss man die dann eben mit an den Strand oder auf den Platz schleppen.
Am Ende war es aber gar nicht die Technik, die uns überzeugt hat, das Ding zu Hause zu lassen, sondern der Krach. Uns ist es selbst unangenehm, so einen Lärm zu machen, und es nervt uns auch, wenn andere das auf dem Platz tun. Wenn morgens alle zum Strand gehen und jeder sein SUP so aufpumpt, ist das einfach ein Haufen Lärm. Wir sind inzwischen überzeugt: lieber von Hand pumpen.
Unterwegs: warum sich das alles lohnt
Zuerst ausprobiert haben wir es an unserem lokalen Baggersee. So richtig im Einsatz war es dann auf unserer Kroatienreise, in Premantura und auf Pag, und danach auf vielen weiteren Touren.
Und genau da haben wir gemerkt, was so ein SUP eigentlich kann. Auf den Campingplätzen war einiges los und es war recht laut, und auch hier in Bayern, am Chiemsee zum Beispiel, sind die Strandabschnitte oft klein und ziemlich voll. Aber sobald man aufgepumpt hat und aufs Wasser geht, ist das alles egal. Auf dem Wasser ist fast immer Platz. Man kann losfahren, die Gegend erkunden und Strände anlaufen, an die man sonst schlecht kommt. Egal wo wir hingefahren sind und egal wie voll es war: aufpumpen, aufs Wasser, und wir hatten alle Freiheiten.

In Kroatien war das ganz wunderbar. An der Küste entlangfahren, verschiedene Strände und kleine Inseln anlaufen, und dazu dieses tolle klare Wasser, in das man immer wieder vom Board springen kann. Manchmal sind wir mit dem SUP auch in den nächsten Ort gepaddelt, sind dort angelandet, haben etwas eingekauft und sind wieder zurück. Das eröffnet einem ganz neue Wege.

Praktisch sind dabei wasserdichte Packsäcke. Darin lässt sich etwas zu essen mitnehmen, der Autoschlüssel sicher verstauen und vielleicht noch ein T-Shirt unterbringen. Wir hatten einen kleinen Packsack und einen größeren Rucksack dabei, mal beide, mal keinen – je nachdem, wie viel mitmusste. Auf dem Tandem ist dafür wirklich noch Platz.
Ein kleiner Tipp am Rande: Es ist recht praktisch, das SUP einfach aufgepumpt stehen zu lassen, zum Beispiel ans Auto gelehnt zum Trocknen. Die Luft hält es eine ganze Weile; wenn es länger herumliegt, sollte man vor der nächsten Fahrt noch mal nachpumpen. An sehr heißen Tagen sollte es allerdings nicht zu lange in der prallen Sonne liegen. Man sollte natürlich mitdenken, dass es nicht geklaut wird – auf einem Campingplatz fühlen wir uns damit halbwegs sicher, aber das hängt schon davon ab, wo man ist.

Ein Wort zur Sicherheit
Auf größeren Seen und am Meer fahren wir nur ein Stück raus und dann meistens am Strand entlang. Wer weiter rausfährt, sollte auf jeden Fall eine Schwimmweste anziehen. Ein SUP ist kein sicheres Boot: Es kann Luft verlieren oder kaputtgehen, und dann muss man damit rechnen, eine längere Strecke schwimmen zu müssen. Wir sind meistens ohne Weste unterwegs und bleiben deshalb bewusst in Ufernähe, sodass wir nie mehr als vielleicht 50 bis 100 Meter schwimmen müssten. Wenn wir wirklich rausfahren wollten, würden wir Schwimmwesten anziehen.
Korsika, zu dritt
Deutlich später, 2026 auf Korsika, waren wir dann zum ersten Mal mit unserem Sohn Noah auf dem SUP. Versucht hatten wir es schon einmal, als er knapp zwei Jahre alt war, aber da wollte er nicht. Er hatte lange eher Angst vorm Wasser und wollte auch nicht aufs Board. Auf Korsika hat es dann geklappt.

Und da spielt das Tandem seine volle Stärke aus. Susi, ich und Noah dazu, wir passen alle drauf, mit genug Platz. Ein richtig schöner Familienausflug, bei dem wir auch den einen oder anderen Strand angesteuert haben.
Noah ist eher zappelig und sitzt nicht gerne still – aber auf dem SUP konnte er tatsächlich eine halbe Stunde einfach dasitzen und gucken. Die Füße hat er dabei immer im Wasser, zum Abkühlen und weil er es schön findet. Das kostet natürlich etwas: Die Füße im Wasser sind zusätzlicher Widerstand, man muss stärker paddeln, und weil einer von uns auf Noah aufpassen muss, paddelt immer nur einer. Trotzdem sind wir gut vorangekommen.
Für Noah haben wir eine ganz einfache Schwimmweste, die nicht wirklich als Sicherheitsausrüstung durchgeht. Weit rausfahren darf man damit nicht. Weil wir ohnehin in Strandnähe bleiben, war das für uns okay: 50 Meter gehen zur Not auch mit Kind, und wenn wir merken würden, dass etwas nicht in Ordnung ist, würden wir sofort Richtung Strand steuern. In Ufernähe zu bleiben war mir immer wichtig, und damit fühlt sich das Ganze auch sicher an.

Einmal bin ich auch allein mit dem SUP durch die Gegend gefahren. Das geht ganz gut, man kommt gut voran, sperrig ist es natürlich trotzdem. Der große Nachteil des langen Boards ist wieder das Wenden. Am besten steht man zum Geradeausfahren in der Mitte und geht zum Wenden nach hinten – dann hebt sich die Spitze und der Wenderadius wird deutlich besser.

Fazit
Alles in allem ein Superteil, mit dem wir seit Jahren sehr zufrieden sind. Ein paar Mängel gibt es, und wir haben sie oben ehrlich aufgeschrieben: der zu kleine Rucksack und die Pumpe, die nicht absaugen kann – dazu das lange Aufpumpen, das bei einem Board dieser Größe aber schlicht dazugehört. Das Board selbst macht genau das, wofür wir es gekauft haben. Es läuft wunderbar geradeaus, trägt uns zu zweit und inzwischen zu dritt, und es hat uns Buchten und Strände erschlossen, an die wir sonst nie gekommen wären. Einer der besten Käufe, die wir je gemacht haben.
Nachtrag 2026: Der Nachfolger wird ab dem 19. August 2026 ausgeliefert, und einiges daran finden wir ausgesprochen vernünftig. Er hat nur noch eine Finne statt drei – also genau die Konfiguration, in der wir unser Board ohnehin die ganze Zeit gefahren sind. Statt einer Leash sind zwei dabei, die zweite wird den Produktbildern nach an der Mittelschlaufe befestigt. Dazu kommt eine wasserdichte Handyhülle; unser Handy mussten wir immer mit in den Packsack stecken. Und die Pumpe soll jetzt auch Luft ablassen können, also genau das, was uns oben gefehlt hat – ob sie das im Alltag wirklich hergibt, können wir nicht sagen. Der Rucksack ist ebenfalls neu. Ob er größer ist, verrät die Beschreibung leider nicht – auf den Bildern sieht er groß genug aus, aber das bleibt eine Vermutung.
Weggefallen sind die beiden Kajaksitze und der Paddelumbau. Die D-Ringe dafür sitzen zwar am Board, das Kajak-Set muss man aber separat kaufen. Wir haben den Umbau zwar gern ausprobiert, danach aber kaum genutzt – insofern ist es ganz sinnvoll, dass ihn nur kauft, wer ihn wirklich braucht. Im Set ist neben dem Sitz auch die passende Erweiterung fürs Paddel dabei, also genau das, was man dafür braucht. Es gilt allerdings pro Sitz: Fürs Tandem braucht man zwei Sets, und bei knapp 100 Euro pro Set kommt da einiges zusammen. Das Board selbst ist dafür günstiger geworden – wir haben damals über 700 Euro bezahlt, den Nachfolger gibt es gerade im Angebot für 550, was vermutlich auch am fehlenden Kajak-Set liegt. Sonst dürfte sich wenig geändert haben, sodass das meiste von dem, was wir hier schreiben, auch für den Nachfolger gelten sollte.