Bevor wir beim Qeedo Motor Tarp gelandet sind, haben wir in Sachen Sonnen- und Regenschutz einiges durchprobiert. Angefangen hat es mit einem ganz günstigen Tarp und zwei Stangen, das wir hinten am Caddy befestigt haben. Später kamen zwei weitere Stangen dazu, damit wir auf vier kamen – aber genau das war das Problem: Mit vier Stangen brauchte man zum Aufbau mindestens zwei Personen, ständig haben sich die Stangen verstellt, wir haben unzählige Heringe zum Verspannen gebraucht, und bei nur ein bisschen Wind hat alles geflattert. Danach hatten wir eine Weile einen faltbaren Pavillon dabei – super stabil, aber groß, schwer und auch nicht im Handumdrehen aufgebaut. Als wir dann vom Caddy auf unseren T6 Multivan umgestiegen sind, wollten wir etwas, das wirklich zum Bus passt. Das Motor Tarp sah genau danach aus: schick, für den Bus gemacht, mit verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten – und mit rund 150 Euro hält sich die Investition in Grenzen. Also haben wir es ausprobiert.

Die wichtigsten Eckdaten in Kürze:
| Technische Daten | |
|---|---|
| Gewicht | ca. 3 kg |
| Packmaß | 101 × 13 × 13 cm |
| Beschattete Fläche | 250 × 250 cm |
| Wassersäule | 4000 mm |
| UV-Schutz | UV80 (Dark-Coating) |
| Stangen | 2× Alu-Teleskop, 95–230 cm |
Alle weiteren technischen Infos findet ihr direkt beim Hersteller:
Noch eine Anmerkung für alle, die ganz genau hinschauen: Wir haben das Tarp auf einem längeren Urlaub ausgiebig genutzt und getestet. Der hier gezeigte Aufbau ist aber nur provisorisch für die Bilder gemacht worden, da wir bisher keine anschaulichen Bilder hatten. Da wir hier bereits unser neues Roof-Rack drauf hatten, ließen sich die mitgelieferten Saugnäpfe nicht befestigen. Daher ist der Aufbau nicht ganz optimal und nur zur Veranschaulichung gedacht.
Aufbau und Befestigung
Beim ersten Aufbau waren wir erstmal angetan – wie von anderen Qeedo-Produkten, die wir schon haben, ist auch hier alles sauber gemacht: das Tarp selbst, die Leinen, die Verarbeitung. Bleibt die Frage, wie man es ans Fahrzeug bekommt. Vorgesehen sind die angenähten 5- und 7-mm-Keder zum Einfädeln in eine Kederschiene – die haben wir am Bus aber nicht und wollten sie auch nicht extra nachrüsten. Also haben wir über die Leinen abgespannt: drei Leinen laufen mittig über das Fahrzeug und werden auf der anderen Seite mit Heringen verspannt, dazu kommen an den Enden zwei Saugnäpfe aufs Dach. Auf der fahrzeugabgewandten Seite stehen zwei Stangen auf dem Boden, jeweils mit zwei Leinen abgespannt. Das vordere und hintere Ende lässt sich zusätzlich mit zwei Dreiecken zum Boden abspannen – oder einrollen, wenn man lieber eine glatte, plane Fläche möchte. So bekommt man das Tarp tatsächlich ordentlich gespannt.

Stabil, aber zeitaufwändig
In der Praxis funktioniert das gut, und windstabil ist das Tarp durchaus. Was uns aber zunehmend gestört hat, ist der Zeitaufwand: Bis alles sitzt, ist man eine ganze Weile beschäftigt – hier nochmal die Leinenlänge nachziehen, da die Stangenhöhe korrigieren, und dann von vorne. Schnell ist eine halbe Stunde rum. Vor allem die Stangen sind ein echter Schwachpunkt. Sie lassen sich zweifach ausziehen, man hat also gleich zwei Drehpunkte zum Verstellen, und sie wirken insgesamt etwas billig – wie Standardstangen, die es an jeder Ecke gibt. Die Feststellung per Festdrehen ist anfällig, teilweise sind uns die Stangen während des Aufbaus wieder zusammengerutscht. Hier würden wir uns eine feste Stange oder wenigstens einen einrastenden Verstellmechanismus wünschen.

Verarbeitung und Packmaß
Abgesehen von den Stangen stimmt die Verarbeitungsqualität. Besonders die Heringe haben uns überzeugt: stabil, mit leichter Schraubenform zum guten Eindrehen und mit praktischen Griffen. In die mitgelieferte Tasche passt alles problemlos zurück, das Packmaß ist mit 101 × 13 × 13 cm schön klein und mit rund 3 Kilo ist das Ganze leicht zu verstauen. Im Vergleich zu einem ausgewachsenen Faltpavillon ist das quasi nichts – das ist klar ein Pluspunkt.


Fazit
Von der Verarbeitung her ist das Motor Tarp in Ordnung, das Styling ist gewohnt cool, nur die Stangen überzeugen nicht. Wahrscheinlich ist es eines der besten Tarps für den Bus da draußen, aber am Ende haben wir es doch wieder verkauft. Der Aufbau dauert uns einfach zu lange, und gerade wenn man häufig auf- und wieder abbaut, nervt das ständige Hier-und-da-Nachjustieren. Dazu kommt, dass die Leinen über das Fahrzeug laufen und sich damit nicht immer alle Türen bequem öffnen lassen. So schön die Idee ist, alles flexibel in einer Tasche dabeizuhaben – für uns war es am Ende zu viel Gebastel. Für uns war es damit an der Zeit mal eine richtige Markise auszuprobieren.
