Zur Presqu'île de Giens sind wir eigentlich nur gefahren, weil die Halbinsel auf der Landkarte so cool aussieht – und weil Fred wusste, dass dort gute Bedingungen zum Kitesurfen herrschen. Angekommen sind wir abends auf einem winzigen Campingplatz, der uns aber nicht so richtig gefiel. Also sind wir am nächsten Tag umgezogen und beim Camping Presque-Ile-de-Giens gelandet. Und das war ein Treffer: die Stellplätze waren terrassenförmig angelegt an einem kleinen Hang, mit vielen schattenspendenden & wohlriechenden Bäumen. Die großen Plätze für Wohnmobile waren zwar schon alle voll, aber für unseren kleinen Caddy gab es noch viel Auswahl. Wir haben uns dann einen Doppelplatz geschnappt – ein Plateau für das Auto, eins zum Abhängen. Überall Pinien, der Duft von Harz und trockenem Gras, dazu das Zirpen der Grillen. Es war einfach mega angenehm.

Dann passierte etwas Verrücktes: Wir saßen gerade an unserem Platz, als zwei Erwachsene mit zwei Kindern den Hang runtergelaufen kamen – direkt an uns vorbei. Es waren Studienfreunde von Fred. Obwohl der Campingplatz weitläufig war, hatten wir zufällig denselben Fleck zur selben Zeit erwischt. So aber verabredeten wir uns für den Strand: Fred und sein Bekannter waren Kitesurfen, und ich verbrachte eine schöne Zeit mit der Frau und den Kindern in der Strandmuschel. Am Abend haben wir sie in ihrem Bungalow besucht und durften zum Abendessen bleiben. Lecker Pasta mit viiiel Knoblauch vom Wochenmarkt um die Ecke.

Der Campingplatz hat uns super gefallen, nur die Logistik war etwas abenteuerlich. Wenn man im Auto schläft und alles umgebaut hat, kann man nicht mal kurz mit den Kitesachen losfahren. So ist Fred mit dem Fahrrad plus Kiteausrüstung zum Spot gefahren. Die Halbinsel selbst ist ziemlich eng: viele Straßen, wenig Gehwege, und auch zum Fahrradfahren muss man eigentlich auf der Straße fahren. Strand gab es direkt an der Halbinsel eher wenig, dafür Klippen. Auf der Landzunge, die die Halbinsel mit dem Festland verbindet, waren dafür aber langgezogene Strände.

Wir waren auch noch auf einem Wochenmarkt auf der Halbinsel, aber das war jetzt nicht so unser Ding. Insgesamt war es für unseren Geschmack zu sehr gedrängt außerhalb des Campingplatzes. Und nach den Wochen am Atlantik hat uns dann doch aufgefallen, dass wir das Meer dort lieber mögen als das Mittelmeer. Es waren trotzdem sehr schöne Tage und das Zufallstreffen wird uns in Erinnerung bleiben.