Wir campen am liebsten unkompliziert, minimalistisch und mit wenig Aufwand. Unser gelber Caddy war dafür perfekt: klein, wendig und mit einer Ququq-Box im Kofferraum hatten wir fast alles, was wir brauchten. Nur eines fehlte uns von Anfang an: eine Möglichkeit, unsere Kompressorkühlbox zu betreiben, ohne auf einen Stromanschluss am Campingplatz angewiesen zu sein.

Mein erster Ansatz war naheliegend: einen fertigen Akku kaufen, Solarpanel dazu, alles zusammenstecken, fertig. Ich besorgte mir also einen Akku mit Anderson-Stecker für das Solarpanel und einem 12-Volt-Ausgang für die Kühlbox. Auf dem Papier passte alles. Beim ersten Test kam dann allerdings die Ernüchterung: Sobald die Kühlbox in den Standby-Modus ging und keinen Strom mehr zog, schaltete sich der Akku einfach ab. Die Kühlbox blieb aus und der Akku ließ sich nicht mehr von alleine einschalten. Wie ich dann herausfand, haben viele fertige Akkupacks dieses Problem: Wenn die Spannung am Ausgang abfällt, gehen sie nach kurzer Zeit in einen Ruhemodus.

Also musste eine andere Lösung her. Ich schaute mir an, wie Leute sich zu Hause kleine Solaranlagen bauen, Balkonkraftwerke und ähnliches. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Ein Solarladeregler verbindet Solarpanel und Batterie, dazu ein paar Sicherungen und Anschlüsse. So schwer kann das doch nicht sein, dachte ich mir. Und ehrlich gesagt war es auch ein willkommenes Hobbyprojekt, mich damit zu beschäftigen.

Als Gehäuse entschied ich mich für eine schwarze Eurobox von Auer Packaging in den Maßen 40 x 30 x 18,5 cm. Klein genug, um im Caddy nicht im Weg zu sein, aber groß genug für alle Komponenten. Die Batterie wurde ein 30-Ah-Lithium-Eisenphosphat-Akku, ein günstiges aber solides Modell, das für unsere sparsame Kühlbox ausreichen sollte.

Schwarze Eurobox mit Deckel, 40 x 30 x 18,5 cm.
Schwarze Eurobox mit Deckel, 40 x 30 x 18,5 cm.

In die Eurobox musste zunächst eine Grundplatte, auf die sich die Komponenten schrauben lassen. Dafür verwendete ich Bastelsperrholz in mehreren Schichten. Darauf baute ich eine kleine U-förmige Halterung, in die sich die Batterie sicher einschieben lässt.

Grundplatte aus Sperrholz mit U-förmiger Halterung für die Batterie.
Grundplatte aus Sperrholz mit U-förmiger Halterung für die Batterie.

Auf der linken Seite der Grundplatte sitzt die Batterie in ihrer Halterung. Rechts daneben fanden der MPPT-Solarladeregler, ein Sicherungshalter und ein kleiner Buck-Converter ihren Platz. Der Buck-Converter versorgt einen 120-mm-Lüfter mit der richtigen Spannung, ein kleines Extra, das nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen durchaus Sinn ergibt. Der Lüfter hat einen eingebauten Temperatursensor und regelt sich selbst.

Batterie, Solarladeregler, Sicherungshalter und Buck-Converter auf der Grundplatte montiert.
Batterie, Solarladeregler, Sicherungshalter und Buck-Converter auf der Grundplatte montiert.

Dann kam der spannende Teil: die Grundplatte in die Eurobox einbauen und alles verkabeln. In die Box schnitt ich mit einer Stichsäge zwei runde Ausschnitte für die Belüftung, vorne für den Lüfter, hinten als Abluftöffnung. Die kleineren Löcher für die Anschlüsse entstanden mit Forstnerbohrern und normalen Bohrern. An die Vorderseite kam ein Anderson-Stecker als Eingang für das Solarpanel, eine 12-Volt-Buchse für die Kühlbox, eine USB-Buchse mit A- und C-Anschluss zum Laden von Handys und anderen Geräten, sowie drei farbige Kippschalter mit beleuchteten Kappen: rot für die Batterie, grün für den Solareingang und blau für die Ausgänge. So lässt sich alles einzeln zu- und abschalten.

Einbau in die Eurobox mit Verkabelung, Lüfter und den ersten Anschlüssen.
Einbau in die Eurobox mit Verkabelung, Lüfter und den ersten Anschlüssen.

Die Verkabelung war eine der größeren Herausforderungen. Platz ist in einer Eurobox dieser Größe zwar genug, aber beim Verdrahten wird es trotzdem schnell eng. In einem fertigen Produkt wird jeder Millimeter genutzt, bei einem Eigenbau braucht man deutlich mehr Luft, allein schon, weil man vielleicht mal wieder etwas ausbauen oder nachbessern muss. Aber es hat gerade so gepasst. Alle Verbraucher sind einzeln abgesichert, und die Batterie hat zusätzlich eine eigene Hauptsicherung auf der Plusleitung. Da schaue ich auch regelmäßig nach, ob noch alles fest sitzt und ordentlich funktioniert.

Alle Komponenten eingebaut und verkabelt, Blick von innen.
Alle Komponenten eingebaut und verkabelt, Blick von innen.

Die Lüfterausschnitte bekamen schwarze Lüftergitter, die farblich perfekt zur Eurobox passen. Die 12-Volt-Buchse und die USB-Buchse haben Schutzkappen gegen Staub und Spritzwasser. Und der Deckel der Eurobox lässt sich verriegeln, sodass im Transport nichts aufgehen kann.

Fertige Batteriebox von außen mit Kippschaltern, Anschlüssen und Lüftergittern.
Fertige Batteriebox von außen mit Kippschaltern, Anschlüssen und Lüftergittern.

Auf dem letzten Bild ist die Box dann im Einsatz zu sehen, hier noch zu Hause beim ersten Test. Auf dem Balkon steht das faltbare 80-Watt-Solarpanel, das irgendwann den Geist aufgegeben hat und durch einen 100-Watt-Solarkoffer ersetzt wurde. Drinnen auf dem Boden steht die Batteriebox mit ihren leuchtenden Kippschaltern, darauf ein Kindle zum Laden, und daneben die Kompressorkühlbox.

Die Batteriebox im Einsatz: Solarpanel auf dem Balkon, Kühlbox und Kindle am Strom.
Die Batteriebox im Einsatz: Solarpanel auf dem Balkon, Kühlbox und Kindle am Strom.

Mittlerweile ist die Box seit mehreren Jahren im Einsatz und hat sich erstaunlich gut bewährt. Funktionell gab es kaum Probleme. Ein paar Stunden Sonne am Tag reichen, um die Kühlbox zuverlässig zu betreiben. Nebenbei laden wir Handys, betreiben mal einen kleinen Ventilator, eine Lampe oder unsere Lampions am Vorzelt. Für einen Wasserkocher reicht der Akku natürlich nicht, aber für alles andere ist er mehr als ausreichend.

Was die Box für uns wirklich besonders macht, ist die Unabhängigkeit. Wir standen oft ohne Stromanschluss, einfach nur mit dem Solarpanel, und es hat immer funktioniert. Man muss natürlich aufpassen, dass die Box nicht im Regen steht, komplett wasserdicht ist sie nicht. Aber auch den einen oder anderen Schauer hat sie problemlos überstanden. Und ehrlich gesagt gehört das Aufstellen und Ausrichten des Solarpanels für mich auch einfach zum Campingvergnügen dazu: ein bisschen Tüfteln, ein bisschen freier sein, auch wenn man den Strom auf dem Campingplatz eigentlich hätte buchen können.

In der folgenden Galerie sind einige der verwendeten Komponenten nochmal im Detail abgebildet.

Und hier nochmal alle verwendeten Komponenten und Werkzeuge im Überblick:

Komponenteca. Preis
LiFePo4-Akku 30 Ah~80 €
MPPT-Solarladeregler~45 €
Eurobox 40 x 30 x 18,5 cm~15 €
Sicherungshalter~8 €
Buck-Converter~5 €
120-mm-Lüfter mit Temperatursensor~10 €
Lüftergitter (2x)~5 €
Anderson-Stecker~5 €
12-V-Einbaubuchse~8 €
USB-Einbaubuchse (A + C)~10 €
Kippschalter beleuchtet (3x)~10 €
Sicherungen, Kabel, Kabelschuhe~15 €
Bastelsperrholz~5 €
Schrauben, Muttern, Kleinteile~5 €
Gesamt (ca.)~226 €
Werkzeug
Stichsäge
Bohrmaschine
Forstnerbohrer-Set
Lötkolben
Abisolierzange
Crimpzange