Ein Ort für unsere Camping-Erfahrungen, Ausrüstungstests und DIY-Projekte, um unser tägliches Leben mit minimalen Kosten in ein Camping-Abenteuer zu verwandeln. Ehrlich gesagt war es selten wirklich einfach und wir haben immer noch viel Geld ausgegeben. Aber das Wichtigste für uns ist, unser Leben regelmäßig in ein Camping-Abenteuer zu verwandeln und viele schöne Orte zu erkunden.Eines unserer Lieblings-Camping-Erlebnisse.
Orte
Unsere Lieblingsorte (einschließlich nicht so Lieblingsorte).
Finale Ligure
Susi · 2021-09-16
Eine Nacht in Ligurien, hoch über Finale Ligure, und eine Pizzeria mit einer Wahnsinnsaussicht.
Von Frankreich weiter nach Italien – als Zwischenstopp hatte ich eine Unterkunft in Finale Ligure gebucht,
allerdings etwas außerhalb in den Bergen. Die Bergstraße hat zum Glück Fred übernommen – steil, kurvig,
das ist nichts für meine Nerven. Ich hatte gelesen, dass der Parkplatz einen kleinen Marsch von der
Unterkunft entfernt liegt, aber die Bilder bei booking.com hatten mich sofort überzeugt. Oben angekommen,
sind wir mit Sack und Pack erstmal in die falsche Richtung gelaufen. Wir landeten mitten in einem kleinen,
malerischen Dorf. Wir dachten, wir hätten den Schlüssel-Safe der Unterkunft gefunden und wunderten uns,
dass der Code nicht zu funktionieren schien. Dann füllte sich der Innenhof langsam mit festlich gekleideten
Menschen, und wir hatten uns mitten in eine Hochzeitslocation hineinverirrt. Spätestens als das Brautpaar
auftauchte, wurde uns klar, dass das hier nicht ganz richtig sein konnte. Nachdem Fred sich der Weg-Suche
angenommen hatte, fanden wir die Unterkunft schließlich doch noch. Es war ein einfaches Zimmer mit Bad,
aber der Blick aus dem Fenster hielt, was die Bilder versprachen.
Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg, um die Umgebung noch ein wenig zu erkunden. Runter
in den nächsten kleinen Ort führte ein Trampelpfad durch terrassenförmige Plantagen am Hang – eine
halbstündige Wanderung, der Weg gesäumt von Aloe Vera Pflanzen in riesengroß. Nach einem kurzen Bummel
drehten wir wieder um, und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Noch ein Stückchen oberhalb
der Unterkunft fanden wir das Restaurant unserer Träume: stimmungsvolle Beleuchtung und dazu die
atemberaubende Aussicht auf ein Meer aus Stadtlichtern, unten entlang der Küste. Es war nur noch Platz
auf der Ersatz-„hier-gibt-es-nur-Pizza“-Bank. Genau unser Style. Die Pizza und der Wein waren sehr lecker.
Ein gelungener Abend.
Am nächsten Morgen sprangen wir, wieder unten angekommen, noch ein letztes Mal
ins Meer, dann ging es weiter nach Hause. Dabei machten wir noch einen letzten Zwischenstopp am Gardasee
(aber das Hotel war eher ein Griff ins Klo, deswegen gibt es keinen Text dazu).
Aussicht von der Unterkunft auf Finale Ligure und die Küste.Der Trampelpfad hinunter durch die Plantagen in den Ort.Pizza auf der Ersatzbank – der beste Platz des Abends.Finale Ligure bei Nacht.Susi genießt den Ausblick aus dem Zimmerfenster.Fred genießt den Ausblick aus dem Zimmerfenster.Susi bereit zum Aufbruch – Abschied von der Bergaussicht.
La Presqu'île de Giens, Hyères
Susi · 2021-09-12
Eine Halbinsel im Mittelmeer, ein unerwartetes Wiedersehen und endlich mal wieder Kitesurfen.
Zur Presqu'île de Giens sind wir eigentlich nur gefahren, weil die Halbinsel auf der Landkarte so cool
aussieht – und weil Fred wusste, dass dort gute Bedingungen zum Kitesurfen herrschen. Angekommen sind
wir abends auf einem winzigen Campingplatz, der uns aber nicht so richtig gefiel. Also sind wir am
nächsten Tag umgezogen und beim Camping Presque-Ile-de-Giens gelandet. Und das war ein Treffer: die
Stellplätze waren terrassenförmig angelegt an einem kleinen Hang, mit vielen schattenspendenden &
wohlriechenden Bäumen. Die großen Plätze für Wohnmobile waren zwar schon alle voll, aber für unseren
kleinen Caddy gab es noch viel Auswahl. Wir haben uns dann einen Doppelplatz geschnappt – ein Plateau
für das Auto, eins zum Abhängen. Überall Pinien, der Duft von Harz und trockenem Gras, dazu das Zirpen
der Grillen. Es war einfach mega angenehm.
Dann passierte etwas Verrücktes: Wir saßen gerade an unserem Platz, als zwei Erwachsene mit zwei
Kindern den Hang runtergelaufen kamen – direkt an uns vorbei. Es waren Studienfreunde von Fred. Obwohl
der Campingplatz weitläufig war, hatten wir zufällig denselben Fleck zur selben Zeit erwischt. So aber
verabredeten wir uns für den Strand: Fred und sein Bekannter waren Kitesurfen, und ich verbrachte eine
schöne Zeit mit der Frau und den Kindern in der Strandmuschel. Am Abend haben wir sie in ihrem Bungalow
besucht und durften zum Abendessen bleiben. Lecker Pasta mit viiiel Knoblauch vom Wochenmarkt um die Ecke.
Der Campingplatz hat uns super gefallen, nur die Logistik war etwas abenteuerlich. Wenn man im Auto
schläft und alles umgebaut hat, kann man nicht mal kurz mit den Kitesachen losfahren. So ist Fred mit
dem Fahrrad plus Kiteausrüstung zum Spot gefahren. Die Halbinsel selbst ist ziemlich eng: viele Straßen,
wenig Gehwege, und auch zum Fahrradfahren muss man eigentlich auf der Straße fahren. Strand gab es
direkt an der Halbinsel eher wenig, dafür Klippen. Auf der Landzunge, die die Halbinsel mit dem Festland
verbindet, waren dafür aber langgezogene Strände.
Wir waren auch noch auf einem Wochenmarkt auf der Halbinsel, aber das war jetzt nicht so unser Ding.
Insgesamt war es für unseren Geschmack zu sehr gedrängt außerhalb des Campingplatzes. Und nach den Wochen
am Atlantik hat uns dann doch aufgefallen, dass wir das Meer dort lieber mögen als das Mittelmeer. Es
waren trotzdem sehr schöne Tage und das Zufallstreffen wird uns in Erinnerung bleiben.
Susi auf unserem Platz unter den Pinien.Fred auf unserem Platz.Der Kite-Spot auf der Landzunge zwischen Halbinsel und Festland.
Dune du Pilat
Susi · 2021-09-08
Eine glückliche Empfehlung, ein Stellplatz unter Pinien mit direktem Meerblick und die größte Sanddüne Europas direkt vor der Tür.
Wir reisen gerne komplett frei – ohne uns vorher festzulegen und meist macht sich Fred erst am Tag
vor der Abreise auf die Suche nach dem nächsten Campingplatz. Und bisher sind wir damit sehr gut
gefahren (und haben auch immer noch ein Plätzchen bekommen).
So konnten wir uns spontan entscheiden, den Campingplatz Panorama de la Dune du Pilat anzufahren.
Unsere Stellplatz-Nachbarin am Cap de L'Homy hatte uns davon vorgeschwärmt. Und sie hatte nicht zu
viel versprochen. Angefangen hat es bei dem super Service. Nach der Ankunft wurde Fred von einem
netten Typ im Golfwagen über den Platz gefahren und konnte sich so einen ersten Eindruck von den
freien Plätzen verschaffen.
Drei Optionen brachte er mit zurück, und wir entschieden uns schnell: Ein Platz ganz am Rand, direkt
am Hang Richtung Meer, schattig unter alten Pinien. Eigentlich war es kein richtiger Stellplatz mehr,
eher der vergessene Eckplatz – für größere Autos zu klein, deswegen noch frei. Aber für uns der
coolste Stellplatz, den wir je hatten.
Dass der Platz ziemlich abschüssig war, merkten wir erst beim Aufstellen. Unterlegkeile hatten wir
damals noch nicht – wir wussten gar nicht, dass man so etwas braucht. Also suchten wir alles an
Steinen zusammen, was zu finden war. Wir stapelten und pulten und fuhren mit den Rädern irgendwie
drauf. Es war ziemlich wild, aber es hat funktioniert. Und dann saßen wir da in unseren Stühlen,
gut 200 Meter über dem Meer, und schauten einfach nur. Wenn die Thermik stimmte, glitten
Gleitschirmflieger lautlos an uns vorbei und drehten ihre Runden direkt vor unserer Nase. Sehr
stimmungsvoll und beruhigend gleichzeitig.
Der Campingplatz selbst war belebt, und trotzdem hatten wir unsere Ruhe. Es gab schöne neue sanitäre
Anlagen, nicht allzu weit weg, einen Supermarkt in Gehdistanz und ein Restaurant – in dem wir dann
aber doch nicht waren. Pizza holen und am Platz essen fanden wir gemütlicher 😊. Überall auf dem Platz
waren versteckte, lauschige Stellplätze unter den großen Pinien. Es war schön kühl und es hat gut
gerochen. Hier hat einfach alles gestimmt.
Außerdem: die größte Sanddüne Europas liegt direkt am Campingplatz. An einem Tag standen wir um vier
Uhr in der Früh auf, um den Sonnenaufgang von der Düne aus zu sehen. Das Aufstehen ist uns nicht ganz
leicht gefallen und dann war es anfangs auch noch kälter als gedacht. Aber als wir dann oben angekommen
waren, war es schlicht unvergesslich: barfuß im Sand, das Meer auf der einen Seite, der Pinienwald auf
der anderen. Und dazwischen diese stille Weite. So etwas hatten wir davor noch nicht erlebt.
Zum Meer gelangt man über eine steile Treppe hinunter – das ist schon mühsam, aber dafür hatten wir
den großartigen Ausblick vom Platz. Der Strand unten ist durch eine vorgelagerte Sandbank geschützt,
von daher gab es kaum Wellen. Der Strand ist schmal, aber der Platz vollkommen ausreichend. Einmal
sind wir mit den Fahrrädern durch die Gegend geradelt. Die Radwege können wir auch empfehlen; es ist
nur ein bisschen hügelig und an dem heißen Tag kamen wir ganz schön ins Schwitzen.
Wir wollten unbedingt im nächsten Jahr (2022) wiederkommen. Doch dann bekamen wir mit, dass ein
furchtbarer Waldbrand wütete und einen Großteil der alten Pinien rund um den Campingplatz zerstörte.
Der Platz hat inzwischen wieder geöffnet, aber wie er heute aussieht wissen wir nicht. Das Flair der
alten Bäume war unbeschreiblich. Wir behalten den Platz lieber so in guter Erinnerung.
Unser Stellplatz am Rand mit Meerblick.Gleitschirmflieger in der Thermik direkt vor unserem Platz.Steile Treppe hinunter zum Meer.Unser Caddy mit dem Vango-Heckzelt.Meerblick direkt aus dem Schlafbereich.Unter den alten Pinien.Sonnenuntergang mit Meerblick vom Stellplatz.Der Stellplatz nach dem Sonnenuntergang.Susi begrüßt die aufgehende Sonne.Fred begrüßt die aufgehende Sonne.Blick von der Düne hinunter in den Pinienwald.Fred beim (Lach-) Yoga auf der Düne.Susi beim Yoga auf der Düne.Das ruhige Meer, geschützt durch eine vorgelagerte Sandbank.Der Campingplatz am Abend.
Étang d'Aureilhan
Fred · 2021-09-02
Ruhe finden am See, minimalistisches Dinner und ein perfekter Sonnenuntergang.
Nach ein paar Tagen in Cap de l'Homy wollten wir einfach kurz raus und fuhren an einen nahegelegenen See, um wild zu campen. Ehrlich gesagt gefiel uns das Camping in Cap de l'Homy nicht so gut, also brauchten wir eine Nacht Pause. Susi fand über Park4Nite einen "geheimen" Parkplatz direkt am See. Großartig – und sehr ruhig, trotz der Nähe zu einem riesigen Touri-Campingplatz. Also: kurz im See baden, dann mit der Ququq-Box Heckküche kochen und dabei den Blick genießen. Und schließlich gab es ein leckeres, minimalistisches Dinner mit Decke, Rotwein, Pasta und Sonnenuntergang.
Susi ist bereit für unser minimalistisches Dinner am See.Fred kocht minimalistisch mit unserer Heckküche.Wow, was für ein Sonnenuntergang.
Cap de l'Homy
Fred · 2021-08-30
Auf der Suche nach Ruhe am Meer, lauter Campingplatz und flatterndes Heckzelt.
Auf unserer großen Frankreich-Reise schlugen wir das erste Lager im Camping Municipal de Cap de l'Homy auf – ein Lieblingsplatz unserer Freunde Linda und Fabian. Es war auch das erste eines der letzten Male, dass wir unser neues Vango-Heckzelt aufbauten. Nach dem Urlaub verkauften wir es wieder, denn es passte einfach nicht gut an unseren kleinen Caddy. Egal wie viel wir es festzurrten, die flatternden Geräusche in windigen Nächten nervten einfach (mehr dazu in unserem Vango-Heckzelt-Review). Wir hatten auch die Dachbox dabei – eine Entscheidung, die wir schnell bereuten. Die zusätzliche Höhe bedeutete, dass wir an vielen höhenbegrenzten Parkplätzen an den Stränden umdrehen mussten. Nächstes Mal: keine Dachbox (dachten wir). Minimal bleiben (taten wir nicht). Am Ende wurde Cap de l'Homy nicht unser Lieblingsort. Es war ziemlich voll und laut, und wir vermissten die Ruhe, die wir gesucht hatten.
Susi auf dem Steg zum Strand.Unser Stellplatz auf dem Campingplatz Cap de l'Homy.Startklar im Neo am Strand.
Attersee
Fred · 2021-06-10
Ein entspanntes Wochenende am See, Caddy-Minicamper und Bergblick
Unsere erste Tour mit unserem kleinen gelben Caddy-Minicamper brachte uns zum Attersee in Österreich, wo wir ein paar ruhige Tage verbrachten. Wir hatten ihn bisher nur mit dem Nötigsten ausgestattet: eine einfache Ququq-Box mit kleiner Heckküche und Schlafplatz. Kein Luxus, aber genau das, was wir brauchten. Der See war ruhig und klar, tief genug um bereits nah um Ufer schwimmen zu können, und mit traumhaftem Bergblick. Wir genossen es, direkt vom Platz ins Wasser gehen zu können oder einfach still am Ufer zu sitzen und den Ausblick zu genießen. Der Campingplatz war klein und schlicht, nichts Besonderes, aber genau richtig für uns. Was wir nicht mochten: Um wegzukommen, mussten wir an der Hauptstraße entlanglaufen, weil es keinen Weg am See entlang gab. Kein großes Abenteuer, sondern ein kleines stilles. Wir fuhren leichter wieder nach Hause und freuten uns schon auf das nächste Mal.
Blick vom Campingplatz auf den Attersee mit umliegenden Bergen.Susi und unser Caddy auf unserem Stellplatz.Susi in unserem kleinen Caddy-Minicamper.
Tests
Unsere Erfahrungen mit diversen Produkten.
Ququq Kombibox für Hochdachkombis
Susi & Fred · 2021-06-12
★★★★★ · Die Lösung für kleine Vans — wir würden sie jederzeit wieder kaufen.
In diesem kleinen Testbericht wollen wir unsere Erfahrungen mit der Ququq KombiBox teilen. Nach dem Kauf unseres gelben Caddy brauchten wir noch eine minimale Campinglösung – und entschieden uns für die Ququq KombiBox als einfache Heckküche mit Schlaflösung. Um eines Vorweg zu nehmen: Wir lieben diese kleine Kiste.
Die QUQUQ-KombiBox ist eine kompakte Campinglösung speziell für Hochdachkombis, die sich durch einfache Handhabung und schnelle Einsatzbereitschaft auszeichnet. Innerhalb von ein paar Minuten ist die Box im Kofferraum platziert und mit Spanngurten fixiert. Die Box vereint alles Wesentliche für spontane Reisen: eine 2-flammige Kochstelle mit Windschutz, eine 10 cm dicke Kaltschaummatratze (195 x 110 cm) sowie zwei 10-Liter-Wasserkanister und Edelstahlschüsseln. Das Bett lässt sich mit einem Handgriff ausklappen und an den Gurthaltern aufhängen, während die Küche durch Aufklappen der Box sofort nutzbar ist. Besonders praktisch ist die Flexibilität – die Box kann jederzeit entfernt werden, ohne das Fahrzeug dauerhaft umzubauen. Die Kombibox passt in viele verschiedene Fahrzeugmodelle und ist eine flexible Alternative zu festen Van-Ausbauten. Im folgenden Bild seht ihr die Box mit dem mitgelieferten Zubehör eingebaut in unseren Caddy. Der Auszug in der Mitte ist nicht standardmäßig dabei, sondern muss extra dazu geordert werden.
Die Ququq Kombibox eingebaut und im Schlafmodus in unserem Caddy-Minicamper.
Wir möchten hier vor allem von unseren Erfahrungen berichten, aber nicht alle Features im Detail auflisten. Alle weiteren grundlegenden Informationen bekommt ihr von der Webseite des Herstellers:
Was uns von Anfang an beeindruckt hat, ist die Verarbeitungsqualität. Die Materialien sind hochwertig, nichts wackelt, alles sitzt sauber und fühlt sich solide an. Die Box lässt sich zu zweit problemlos transportieren und in den Kofferraum heben. Einmal drin, wird sie mit Spanngurten fixiert – das erfordert beim ersten Mal ein wenig Geduld, funktioniert danach aber routiniert.
Die Aufteilung im Inneren ist durchdacht und erstaunlich geräumig für die kompakten Maße. In die Schubladen passt alles rein, was man zum Kochen und Essen braucht. Unter der Kochstelle ist noch Platz für Geschirr, und den optionalen mittleren Auszug können wir sehr empfehlen – darauf haben wir jede Menge Lebensmittel und Küchenkram verstaut. Die aufklappbare Rückwand der Box dient als Arbeitsplatte und Ablage. Mehr als 15 Kilo hält sie nicht aus und draufsitzen sollte man nicht, aber zum Kochen und Abstellen ist sie ideal.
Kochen und Stauraum
Der mitgelieferte Zweiflammkocher ist kein Highend-Gerät – eher in der 80-Euro-Klasse – aber er hat genug Power und hat zuverlässig funktioniert. Man muss nur wissen, dass die länglichen Gaskartuschen etwas häufiger gewechselt werden müssen. Draußen zu stehen, bei schönem Wetter zu kochen und dann mit Blick in die Natur zu essen – das ist einfach ein unschlagbares Freiheitsgefühl.
Eine Kühlbox haben wir übrigens nicht hinten in der Box verstaut, sondern vorne im Fußraum. Der Platz auf der Box ist dafür etwas zu schmal, und vorne war sie für uns besser erreichbar.
Schlafen
Wir hatten die Version für den kurzen Caddy. Das bedeutet: Zum Schlafen müssen die Rücksitze nach vorne geschoben und schräg gestellt werden. Das war manchmal etwas nervig, aber in einem Alltagsauto wie dem Caddy geht es nicht anders. Für den langen Caddy gibt es eine Version, bei der das nicht nötig ist. Das Bett wird an den Gurtbefestigungen eingehängt und mit Seilen auf die richtige Höhe gebracht. Die Länge der Seile einmal sauber einzustellen braucht etwas Geduld, und ab und zu verstellt sich das Ganze leicht – aber insgesamt hat es gut funktioniert. Die Matratze selbst ist überraschend bequem. Unter dem aufgehängten Bett hatten wir noch genug Platz für unsere Kleiderkisten, die wir von beiden Seiten herausziehen konnten.
Unterwegs mit der Ququq
Die Box hat uns auf einigen schönen Reisen begleitet. Einer unserer Trips ging nach Slowenien ins Camp Spik – ein wunderschöner Platz am Fuße der Julischen Alpen.
Im Fahrmodus mit ausgeklappter Arbeitsplatte im Camp Spik in Slowenien.
Das absolute Highlight war der Campingplatz Dune du Pyla in Frankreich. Wir standen auf der Anhöhe der Düne, gut 100 Meter über dem Meeresspiegel, direkt an der Kante mit komplettem Blick übers Meer. Fahrräder und Dachbox waren dabei, und abends haben wir mit Meerblick gekocht. Diesen Campingplatz in dieser Form gibt es leider nicht mehr – 2022 haben Waldbrände die Pinienwälder zerstört. Der Platz hat zwar wieder geöffnet, aber ohne die wunderschönen Bäume ist es nicht mehr dasselbe.
Auf dem wunderschönen Campingplatz Dune du Pyla in Frankreich – unser bisher grandiosester Stellplatz.
In Kroatien haben wir in der Nähe der Plitvicer Seen auf einer kleinen Obstplantage übernachtet. Ein etwas älterer Herr hat dort selbstgebrannten Schnaps verteilt – ein Campingplatz der charmanten Art.
Abendstimmung auf einer kleinen Obstplantage in der Nähe der Plitvicer Seen in Kroatien.
Fazit
Wir sind rundum zufrieden mit der Ququq Kombibox. Sie ist kompakt, durchdacht und hochwertig verarbeitet. Für alle, die ihr Alltagsauto nicht dauerhaft umbauen wollen, aber trotzdem spontan losfahren und autark campen möchten, ist sie eine hervorragende Lösung. Wir würden sie jederzeit wieder kaufen.
Projekte
DIY-Projekte.
Batteriebox
Fred · 2022-07-03
€ 220 · 2d · Ein spaßiges Wochenendprojekt für eine zuverlässige Solarspeicherlösung.
Eine selbstgebaute Solarbox, komplett aus handelsüblichen Standardkomponenten. Sie versorgt unsere Kühlbox zuverlässig mit Strom, lädt unsere Geräte und läuft seit Jahren ohne Probleme. Der große Vorteil gegenüber fertigen Lösungen: Sie ist maßgeschneidert auf die Anwendung und lässt sich bei Bedarf problemlos erweitern oder reparieren.
Wir campen am liebsten unkompliziert, minimalistisch und mit wenig Aufwand. Unser gelber Caddy war dafür perfekt: klein, wendig und mit einer Ququq-Box im Kofferraum hatten wir fast alles, was wir brauchten. Nur eines fehlte uns von Anfang an: eine Möglichkeit, unsere Kompressorkühlbox zu betreiben, ohne auf einen Stromanschluss am Campingplatz angewiesen zu sein.
Mein erster Ansatz war naheliegend: einen fertigen Akku kaufen, Solarpanel dazu, alles zusammenstecken, fertig. Ich besorgte mir also einen Akku mit Anderson-Stecker für das Solarpanel und einem 12-Volt-Ausgang für die Kühlbox. Auf dem Papier passte alles. Beim ersten Test kam dann allerdings die Ernüchterung: Sobald die Kühlbox in den Standby-Modus ging und keinen Strom mehr zog, schaltete sich der Akku einfach ab. Die Kühlbox blieb aus und der Akku ließ sich nicht mehr von alleine einschalten. Wie ich dann herausfand, haben viele fertige Akkupacks dieses Problem: Wenn die Spannung am Ausgang abfällt, gehen sie nach kurzer Zeit in einen Ruhemodus.
Also musste eine andere Lösung her. Ich schaute mir an, wie Leute sich zu Hause kleine Solaranlagen bauen, Balkonkraftwerke und ähnliches. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Ein Solarladeregler verbindet Solarpanel und Batterie, dazu ein paar Sicherungen und Anschlüsse. So schwer kann das doch nicht sein, dachte ich mir. Und ehrlich gesagt war es auch ein willkommenes Hobbyprojekt, mich damit zu beschäftigen.
Als Gehäuse entschied ich mich für eine schwarze Eurobox von Auer Packaging in den Maßen 40 x 30 x 18,5 cm. Klein genug, um im Caddy nicht im Weg zu sein, aber groß genug für alle Komponenten. Die Batterie wurde ein 30-Ah-Lithium-Eisenphosphat-Akku, ein günstiges aber solides Modell, das für unsere sparsame Kühlbox ausreichen sollte.
Schwarze Eurobox mit Deckel, 40 x 30 x 18,5 cm.
In die Eurobox musste zunächst eine Grundplatte, auf die sich die Komponenten schrauben lassen. Dafür verwendete ich Bastelsperrholz in mehreren Schichten. Darauf baute ich eine kleine U-förmige Halterung, in die sich die Batterie sicher einschieben lässt.
Grundplatte aus Sperrholz mit U-förmiger Halterung für die Batterie.
Auf der linken Seite der Grundplatte sitzt die Batterie in ihrer Halterung. Rechts daneben fanden der MPPT-Solarladeregler, ein Sicherungshalter und ein kleiner Buck-Converter ihren Platz. Der Buck-Converter versorgt einen 120-mm-Lüfter mit der richtigen Spannung, ein kleines Extra, das nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen durchaus Sinn ergibt. Der Lüfter hat einen eingebauten Temperatursensor und regelt sich selbst.
Batterie, Solarladeregler, Sicherungshalter und Buck-Converter auf der Grundplatte montiert.
Dann kam der spannende Teil: die Grundplatte in die Eurobox einbauen und alles verkabeln. In die Box schnitt ich mit einer Stichsäge zwei runde Ausschnitte für die Belüftung, vorne für den Lüfter, hinten als Abluftöffnung. Die kleineren Löcher für die Anschlüsse entstanden mit Forstnerbohrern und normalen Bohrern. An die Vorderseite kam ein Anderson-Stecker als Eingang für das Solarpanel, eine 12-Volt-Buchse für die Kühlbox, eine USB-Buchse mit A- und C-Anschluss zum Laden von Handys und anderen Geräten, sowie drei farbige Kippschalter mit beleuchteten Kappen: rot für die Batterie, grün für den Solareingang und blau für die Ausgänge. So lässt sich alles einzeln zu- und abschalten.
Einbau in die Eurobox mit Verkabelung, Lüfter und den ersten Anschlüssen.
Die Verkabelung war eine der größeren Herausforderungen. Platz ist in einer Eurobox dieser Größe zwar genug, aber beim Verdrahten wird es trotzdem schnell eng. In einem fertigen Produkt wird jeder Millimeter genutzt, bei einem Eigenbau braucht man deutlich mehr Luft, allein schon, weil man vielleicht mal wieder etwas ausbauen oder nachbessern muss. Aber es hat gerade so gepasst. Alle Verbraucher sind einzeln abgesichert, und die Batterie hat zusätzlich eine eigene Hauptsicherung auf der Plusleitung. Da schaue ich auch regelmäßig nach, ob noch alles fest sitzt und ordentlich funktioniert.
Alle Komponenten eingebaut und verkabelt, Blick von innen.
Die Lüfterausschnitte bekamen schwarze Lüftergitter, die farblich perfekt zur Eurobox passen. Die 12-Volt-Buchse und die USB-Buchse haben Schutzkappen gegen Staub und Spritzwasser. Und der Deckel der Eurobox lässt sich verriegeln, sodass im Transport nichts aufgehen kann.
Fertige Batteriebox von außen mit Kippschaltern, Anschlüssen und Lüftergittern.
Auf dem letzten Bild ist die Box dann im Einsatz zu sehen, hier noch zu Hause beim ersten Test. Auf dem Balkon steht das faltbare 80-Watt-Solarpanel, das irgendwann den Geist aufgegeben hat und durch einen 100-Watt-Solarkoffer ersetzt wurde. Drinnen auf dem Boden steht die Batteriebox mit ihren leuchtenden Kippschaltern, darauf ein Kindle zum Laden, und daneben die Kompressorkühlbox.
Die Batteriebox im Einsatz: Solarpanel auf dem Balkon, Kühlbox und Kindle am Strom.
Mittlerweile ist die Box seit mehreren Jahren im Einsatz und hat sich erstaunlich gut bewährt. Funktionell gab es kaum Probleme. Ein paar Stunden Sonne am Tag reichen, um die Kühlbox zuverlässig zu betreiben. Nebenbei laden wir Handys, betreiben mal einen kleinen Ventilator, eine Lampe oder unsere Lampions am Vorzelt. Für einen Wasserkocher reicht der Akku natürlich nicht, aber für alles andere ist er mehr als ausreichend.
Was die Box für uns wirklich besonders macht, ist die Unabhängigkeit. Wir standen oft ohne Stromanschluss, einfach nur mit dem Solarpanel, und es hat immer funktioniert. Man muss natürlich aufpassen, dass die Box nicht im Regen steht, komplett wasserdicht ist sie nicht. Aber auch den einen oder anderen Schauer hat sie problemlos überstanden. Und ehrlich gesagt gehört das Aufstellen und Ausrichten des Solarpanels für mich auch einfach zum Campingvergnügen dazu: ein bisschen Tüfteln, ein bisschen freier sein, auch wenn man den Strom auf dem Campingplatz eigentlich hätte buchen können.
In der folgenden Galerie sind einige der verwendeten Komponenten nochmal im Detail abgebildet.
Victron MPPT-Solarladeregler 75/10.Eco Worthy LiFePo4-Akku 12,8 V / 30 Ah.Sicherungshalter mit 4 Sicherungen für die 12-V-Ausgänge und den Solareingang.12-V-Lüfter zur Kühlung der Batteriebox im Betrieb.Silverstone-Lüftergitter als Abdeckung für die Belüftungsöffnungen.Anderson-Stecker zum Anschluss des Solarpanels.USB-Buchse (A und C) zum Laden von Geräten direkt an der Batteriebox.12-V-Buchse zum Betrieb der Kühlbox und anderer Verbraucher.Beleuchtete Kippschalter zur Steuerung der einzelnen Stromkreise.Bohrer und Sägeblätter für die Ausschnitte in der Eurobox.
Und hier nochmal alle verwendeten Komponenten und Werkzeuge im Überblick:
Komponente
ca. Preis
LiFePo4-Akku 30 Ah
~80 €
MPPT-Solarladeregler
~45 €
Eurobox 40 x 30 x 18,5 cm
~15 €
Sicherungshalter
~8 €
Buck-Converter
~5 €
120-mm-Lüfter mit Temperatursensor
~10 €
Lüftergitter (2x)
~5 €
Anderson-Stecker
~5 €
12-V-Einbaubuchse
~8 €
USB-Einbaubuchse (A + C)
~10 €
Kippschalter beleuchtet (3x)
~10 €
Sicherungen, Kabel, Kabelschuhe
~15 €
Bastelsperrholz
~5 €
Schrauben, Muttern, Kleinteile
~5 €
Gesamt (ca.)
~226 €
Werkzeug
Stichsäge
Bohrmaschine
Forstnerbohrer-Set
Lötkolben
Abisolierzange
Crimpzange
Über uns
Willkommen bei Minimal Camper! Wir möchten gerne unsere Erfahrungen mit euch teilen, Tipps geben und euch unsere Lieblingsorte für minimalistisches Camping und Outdoor-Abenteuer ans Herz legen.
Wir reisen leicht, sind freundlich, hinterlassen keine Spuren und machen das Beste aus jeder Reise.
Susi, Fred und Noah.
Das sind wir: Susi, Noah und Fred.
Kontakt
Habt ihr Fragen, Anregungen oder möchtet ihr Kontakt aufnehmen?